SMDK

Sondermülldeponie

Die 1978 eröffnete Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) in der ehemaligen Tongrube im Kölliker Oberdorf musste nach nur sieben Jahre Betrieb geschlossen werden. Dies weil gefährliche Stoffe in die Umwelt und naheliegende Gewässer entweichten und in der Bevölkerung zu Recht Besorgnis erregten. Der Rückbau der Deponie hat insgesamt über eine Milliarde Franken verschlungen und nun, 40 Jahre später, soll ein Nachnutzungsplan für die rund 7 ha grosse Fläche entstehen. Eine Nachnutzung der Fläche als Naturschutzgebiet würde ein Zeichen setzen in der zunehmends verbauten Region in und um Kölliken. Da ein Naturschutzgebiet auch die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort stärken würde, sehen wir die Nachnutzung dieser Fläche als grosse Chance für Kölliken.

BirdLife Kölliken setzt sich dafür ein, die Fläche als Naturschutzgebiet einzuzonen um einen lukrativen Lebensraum für in Bedrängnis geratene Arten zu schaffen. Die Schweiz, und insbesondere auch der Aargau, hinken mit ihren Naturschutzplänen hinterher. In Kölliken und den meisten anderen Gemeinden im Aargau wird viel gebaut auf Kosten der Natur. In stark genutzten und dicht besiedelten Gebieten sind Naturschutzgebiete ein effektives Mittel zur Erhaltung der Lebensraumvielfalt. Insbesondere grosse Naturschutzgebiete und solche, die seltengewordene Lebensräume abdecken, haben naturschützerisch einen grossen Wert.

Am wertvollsten wäre ein Naturschutzgebiet, wenn die Deponie-Fläche der SMDK ihren Grubencharakter behält. Felder und Wiesen sind im Mitelland überall zu finden und werden zum Glück auch manchmal als Ausgleichsflächen extensiv bewirtschaftet. Feuchtgebiete und Kiesbänke hingegen sind extrem selten geworden, weil Feuchtgebiete zur landwirtschaftlichen Nutzung entwässert und Fliessgewässer eingedohlt wurden. Daher sind aufgegebene Kies- und Tongruben mit ihren Tümpeln und Kiesbänken extrem wertvoll für Arten, welche früher an mäandrierenden Flüssen und Feuchtgebieten lebten. Leider müssen diese abgesenkten Flächen jedoch oft dem wirtschaftlichen Druck zur Auffüllung nachgeben.

Was wollen die ehemaligen Betreiber der SMDK?
Für die Betreiber der Sondermülldeponie Kölliken (SMDK) steht fest, dass die Grube auf das Niveau der umliegenden Felder aufgefüllt werden soll, was der maximalen Aufnahme von Aushub entspricht und somit am meisten Profit abwirft. Die Grube wurde bereits bis rund zur Hälfte mit dem Aushub des Eppenbergtunnels gefüllt. In den nächsten Jahren soll die Grube komplett aufgefüllt und die Fläche später landwirtschaftlich genutzt werden.

Weitere Informationen:
Homepage des Konsortiums SMDK
Artikel: Teilsieg für Pro Natura, WWF & Co. - AZ 2019
Artikel: «Schweizweit einzigartiges Gebiet»: Wird aus der Sondermüll-Wüste eine Natur-Oase? - AZ 2019
Artikel: Widerstand gegen die Auffüllung der Sondermülldeponie - AZ 2019
Artikel: Noch immer hat es Gift im Boden - SRF 2019
Artikel: Kölliken feiert das Ende der Sanierung - SRF 2016
Artikel: Von der Giftgrube zum Naturparadies - AZ 2015
Artikel: Das Mahnmal verschwindet - BAFU 2015
Artikel: Fels ist tiefer verseucht als erwartet - NZZ 2015
Artikel: Apokalypse im Aargau - Die Zeit 2014